Einmal um die Welt und zurück

Inspirationen von vielen Kontinenten der Erde hat die Goldschmiedemeisterin Karo Rainer mit im Gepäck. Aufgewachsen in Pörtschach am Wörthersee, wohnt und arbeitet sie über die Jahre in Wien, New York und Sydney. Auf zwei sechsmonatigen Weltreisen erlebt sie viele Abenteuer. Nach 12 Jahren ist sie jetzt zurück in Wien, mit einer eigenen Werkstatt in der Bäckerstraße im Ersten.

Die Kollektionen

Edles Upcycling

Karo Rainer gibt alten Schmuckstücken ein neues Gesicht und schont dabei wertvolle Ressourcen. Sie ist eine Meisterin im sogenannten Remodeling und erklärt ihr Herzensprojekt so: „Wer kennt das nicht: In der Schmuckschatulle verstauben nicht getragene Ringe, Colliers oder Ohrringe. Sie alle erzählen eine Geschichte, erinnern an Menschen, alte Zeiten und Modetrends. Mir tut es fast weh, wenn sie nur herumliegen. Erst recht, wenn sich jemand neuen Schmuck kaufen möchte.

Remodeling bedeutet kurz gesagt, aus alten Stücken schöne neue Unikate zu kreieren. Denn Omas Brosche hat das Potenzial zum exzentrischen Armreifen. Nie getragene Ohrringe machen sich vielleicht gut als edler Ring.

Ich spreche beim Remodeling auch gerne von Upcycling, bei dem alte Materialien ein neues Design und eine zweite Chance bekommen. Ein Nebeneffekt ist, dass ich mit begrenzten Rohstoffen sorgsam umgehen kann.

In fünf Schritten zum Lieblingsstück:

  1. Ich mache mit meinen Kunden einen Termin aus – bei mir in der Werkstatt oder bei ihnen zu Hause. Dort nehme ich den alten Schmuck genau unter die Lupe. Manchmal gibt es besonders schön gearbeitete Teile, bei denen es sich lohnt, sie zu erhalten. Das sage ich dann auch. Im nächsten Schritt nehme ich das alte Stück behutsam auseinander. Aus Gold, Diamanten und Edelsteinen entsteht das Rohmaterial für das neue Design. Manchmal steckt in den alten Stücken sogar viel mehr drin.
  2. Ideen und Wünsche der Kunden bespreche ich schon beim ersten gemeinsamen Termin. Im Gespräch zeichne ich gleich Skizzen auf Papier. Auf den Entwürfen kann sich etwas ganz Neues finden. Oder ich ändere ein Stück aus meinen Kollektionen so ab, dass die alten Teile einen neuen Platz finden.
  3. Gold, selten auch Silber, schmelze ich bei mir in der Werkstatt ein. Das ist der schonendste Weg, mit Edelmetallen umzugehen, und eine Garantie dafür, dass man nachher wirklich wieder dasselbe Gold zurückbekommt. Fast alle Goldschmiede geben altes Gold zum Raffinieren weg und verarbeiten dann neue Legierungen weiter. Ich gebe den alten Schmuck im ganzen Remodeling-Prozess nie aus der Hand.
  4. Oft fertige ich dann noch ein Modell aus Bronze oder Silber. Die Kunden probieren und spüren es. Sie können sich ganz genau vorstellen, was sie dann tragen werden, wenn es fertig ist. Gerne passe ich das Modell in diesem Schritt noch an Wünsche an.
  5. Erst dann arbeite ich in reiner Handarbeit das neue Lieblingsstück aus, damit es eine ganz neue Geschichte erzählen kann. Am schönsten ist es für mich, wenn die Augen meiner Kunden beim Abholen genauso funkeln und strahlen wie das Gold, die Diamanten und Edelsteine.“